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 Sie sind hier: Startseite > häufige Fragen > Biogarten 26.06.2016 
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Index:
* Was ist ein Biogarten?
* Warum Kompost?
* Welche Düngemittel kann man im Biogarten verwenden?
* Bio-Dünger selbst herstellen- wie geht das?
* Mulchen und Flächenkompostierung- was ist das?
Was ist ein Biogarten? nach oben

Im Biogarten arbeiten wir mit der Natur und mit allen modernen Erkenntnissen, die uns auf diesem Gebiet weiterführen. Bodenpflege, Kompost, Mulchen, organische Düngung, Mischkulturen und die Einbeziehung aller nützlichen Helfer aus dem Tier- und Pflanzenreich gehören zu den Hauptpunkten im biologischen Gartenprogramm. Boden, Mikroorganismen, Tiere und Pflanzen befinden sich in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.

Alle Aufmerksamkeit und Sorgfalt des biologischen Gärtners gilt der obersten 20 cm dicken Erdschicht in seinem Garten: der Humusschicht. Diese Mutterbodenschicht hat den intensivsten Einfluß auf Wachstum und Gesundheit der Pflanzen. Ein Stück Erde, auf dem auf dem etwa drei Kohlköpfe wachsen können, enthält

  • 4 Billionen Bakterien und Pilze
  • 0,5 Millionen Geißeltierchen
  • 1 Million Fadenwürmer (Nematoden)
  • 200 000 Milben
  • 100 000 Springschwänze (Collembolen)
  • 80 000 Ringelwürmer (Enchytraeiden)
  • 80 Regenwürmer

Der biologische Gärtner schützt und pflegt diese lebendige Humusschicht: durch Kompost, durch eine Mulchdecke, pflanzliche Dünger, Fruchtwechsel und Mischkulturen.

Biologisch gezogenes Gemüse ist oft etwas kleiner als die umfangreichen Prachtstücke, auf die mancher Gärtner, der mit Stickstoff düngt, so stolz ist. Der Grund: Der Kohlkopf, der naturgemäß ernährt wurde, hat bis zu 23% weniger Wasser in seinem Gewebe. Er besitzt also mehr Substanz. Sein Minus an Gewicht bedeutet also ein Plus an Qualität!

Diese Informationen stammen aus 'Biogarten' von Marie-Luise Kreuter, 'Altes Gärtnerwissen' von Inga-Maria Richberg, 'Mein Jahr im Garten' und 'Saataussaattage' von Maria Thun.

Warum Kompost? nach oben

Der Kompost ist das Herz eines biologischen Gartens. Oder besser gesagt: der Bauch. Dort werden die "Abfälle", die sich mit der Zeit im Garten ansammeln, verdaut und umgesetzt. Dabei entstehen neue Nährstoffe, die die Gartenerde "ernähren" sollen.

Im Kompost laufen ähnliche Umsetzungsprozesse ab wie in der Humusschicht des Bodens. Organische Stoffe werden zerkleinert, ihre Strukturen aufgebrochen. Die Materie durchwandert die Körper von Milliarden kleiner Lebewesen. Sie nimmt dabei neue Formen an und verwandelt die Zusammensetzung ihrer Inhaltstoffe. So entsteht neue Erde.

In diesem Verrottungsprozess sind Pilze, Mikroorganismen, kleine Bodentiere wie Springschwänze und vor allem Regenwürmer am Werk. Die Verwesung organischer Substanzen auf dem Kompostplatz ist also kein Fäulnisprozess. Deshalb gibt es dort auch keine ekelhaften Zersetzungserscheinungen, keinen Gestank und keine Fliegen!

Der Verrottungsprozess muß allerdings vom Gärtner gesteuert werden, damit es später schöne Komposterde gibt. Die Rotte benötigt dazu Wärme, Luft und Feuchtigkeit. Anders gesagt: Energie, Sauerstoff und Wasser.

Das Kompostmaterial muß locker und luftdurchlässig aufgeschichtet werden (Sauerstoff). Bei trockenem Wetter muß der Gärtner den Kompost gießen, aber mit viel Fingerspitzengefühl, damit aus der nötigen Feuchtigkeit keine triefende Nässe entsteht. Sonst besteht die Gefahr der Fäulnis. Die Wärme erzeugen die Mikroorganismen selbst, denn der Verwesungsprozess im Kompost ist eine Art milder Verbrennungsprozess, bei dem Wärme erzeugt und die organische Masse mikrobiell in Humus übergeführt wird.

Um die Mikroorganismen gut zu ernähren, und um das Leben im Kompost in Schwung zu bringen, eignen sich besonders Dünger, die einen hohen Stickstoffanteil mitbringen, z.B. Horn- und Blutmehl, sowie Schaf-, Ziegen-, Kaninchen- und Schweinemist. Stickstoffhaltig ist auch Jauche aus Kuhmist oder Brennesseljauche. Damit kann der Haufen ab und zu begossen werden.

So wird der Kompost aufgebaut:

  • Die Grundfläche mißt in der Breite 1,50 -2,00 m, die Länge ist beliebig, die Höhe sollte 1,50 m nicht überschreiten.
  • Die unterste Schicht ist die "Drainage", die für Luftzirkulation und Wasserabzug sorgt. Sie ist etwa 20 cm hoch und besteht aus grobem Material, z.B. aus Zweigen, Stauden-Stengeln, zerkleinertem Baum- und Heckenschnitt.
  • Die nächste Schicht besteht aus gemischten Abfällen, die etwa 20 cm hoch locker aufgeschichtet werden. Alles wurde vorher auf etwa 10 cm Länge zerkleinert, denn je kleiner die Einzelteile sind, desto schneller setzt die Rotte ein.
  • Darüber streut man ein paar Hände voll stickstoffhaltigern tierischen Dünger als anregende Nahrung für die Bodentiere, z.B. eine Mischung aus Horn-, Blut- und Knochenmehl, das außer Stickstoff auch noch Phosphor enthält.
  • Jetzt folgt ein Hauch von kohlensaurem Kalk oder Algenkalk, ganz sparsam über die Fläche gepudert.
  • Darüber wird eine dünne Schicht Erde oder Kompost vom Vorjahr ausgebreitet.Es eignet sich auch Steinmehl oder Tonmehl.
  • Jetzt folgt wieder eine 20 cm hohe Schicht zerkleinerte Abfälle, und alles wiederholt sich.
  • Wenn der Kompost fertig aufgeschichtet ist, bekommt er eine warme, luftige Abdeckung. Laub und Stroh eignen sich sehr gut, auch Grasschnitt, Erde, oder auch Schilfmatten oder Säcke.

Kompoststarter werden im Handel angeboten und können dünn zwischen die einzelnen Schichten gestreut werden. Sie helfen vor allem dem Anfänger-Kompost auf die Sprünge.

Samentragendes Unkraut oder schlimme Wucherkräuter müssen unbedingt in der Mitte des Komposts eingelagert werden. Dort entwickelt sich die größte Hitze, dadurch wird die Keimkraft des Samens zerstört.

Holzstückchen und Zweige lockern den Kompost, sie werden kleingeschnitten unter alle Schichten gemischt.

Gras und Laub werden mit andern Abfällen vermischt. Wenn sie allein in dicken Schichten aufgehäuft werden, bilden sie undurchlässige Lagen, und vor allem beim Grasschnitt ist so die Gefahr der Fäulnis groß.

Kleine, sorgfältig aufgesetzte Komposthaufen müssen nicht mehr umgesetzt werden. Größere Mieten bleiben luftiger und lockerer, wenn sie- nachdem sie sich gesetzt haben- einmal umgelagert werden. Dabei wird das Außenmaterial nach unten und das Innenmaterial nach oben geschichtet.

Ein Kompost kann jederzeit angelegt werden. Nur Frost und Schnee verursachen eine natürliche Pause, im Frühjahr setzt dann die nötoge Wärmebildung wieder ein.

Der Kompost ist etwa nach 9 Monaten reif. man merkt es daran, daß sich alle Abfälle in braune, krümelige Erde zersetzt haben. Ein sicheres Zeichen ist auch der Rückzug der Regenwürmer.

Der reife Kompost wird nur leicht in die Oberfläche eingeharkt oder in Saatrillen gestreut.

Der beste Zeitpunkt zur Verteilung von Kompost liegt im Herbst, solange die Erde noch warm ist, und im Frühling, sobald der Boden sich wieder erwärmt und die Kleinlebewesen wieder aktiv werden.

Diese Informationen stammen aus 'Biogarten' von Marie-Luise Kreuter, 'Altes Gärtnerwissen' von Inga-Maria Richberg, 'Mein Jahr im Garten' und 'Saataussaattage' von Maria Thun.

Welche Düngemittel kann man im Biogarten verwenden? nach oben

Tierische Dünger

Wichtig: Alle tierischen Dünger werden ohne Kalk kompostiert. Kalk entbindet den wertvollen Stickstoff, er würde als Ammoniak nutzlos in die Luft entweichen. Gut ist es dagegen, den Mist mit nicht kalkhaltigem Steinmehl zu überstreuen.

Frischer Mist darf- wenn überhaupt- nur im Herbst oberflächlich und dünn über die Beete gestreut werden, so daß er im Winter verrotten kann.

  • Frischer strohiger Rindermist. Er enthält alle Nährstoffe in ausgeglichener Zusammensetzung und eignet sich besonders für starkzehrende Gewächse.
  • Getrockneter Rindermist. Er ist besonders reich an Kali. Dieser Nährstoff fehlt den meisten organischen Düngern oder ist nur in geringen Mengen vorhanden. Getrockneter Rindermist eignet sich besonders gut für Rosen, Möhren und Sellerie.
  • Pferdemist. Er gehört zu den hitzigen Düngern, deshalb benutzt man ihn zum "Aufheizen" der Frühbeete. Pferdemist hat ähnliche Nährstoffe wie Rindermist, beide könen vermischt und gemeinsam kompostiert werden.
  • Schweinemist. Das ist ein kalter Mist, er enthält fast keinen Kalk, dafür aber Kali und etwas Stickstoff. Schweinemist sollte kompostiert werden, dann eignet er sich besonders für Sellerie, Lauch und Himbeeren.
  • Schaf-, Ziegen- und Kaninchenmist. Sie gehören zu den hitzigen Düngern, ihr Stickstoffgehalt kann Geilwuchs hervorrufen. Am besten mit anderem Mist vermischt kompostieren, dieser Kompost ist dann gut geeignet für starkzehrende Gemüse.
  • Geflügeldünger. Er hat einen hohen Kaligehalt, der Hauptnährstoff ist Phosphor (bis zu 12% bei Guano). Da sich der beachtliche Stickstoffanteil besonders schnell umsetzt, können Überdüngungen und Verbrennungen entstehen. Geflügelmist ist hitzig und sollte mit Erde vermischt kompostiert oder als Jauche angesetzt werden. Geflügeldünger eignet sich für starkzehrendes Gemüse und sollte sehr sparsam verwendet werden. Guano fördert die Blütenbildung bei Zimmer-, Balkon- und Gartenblumen.
  • Horn-, Blut- und Knochenmehl. Das sind tierische Düngemittel, die aus Schlachthausabfällen hergestellt werden. Horndünger enthält vor allem Stickstoff und Phosphor. Je grober die Substanz (Hornspäne), desto langsamer wird sie im Boden umgesetzt. Blutmehl hat eine besonders hohen Sticktoffgehalt, etwas Phosphor und kali. Knochenmehl hat von diesen 3 Schlachthausdüngern den höchsten Phosphorgehalt, es enthält auch Stickstoff und ein wenig Kali. Gemischt ergeben diese 3 Dünger einen organischen Volldünger, in dem die 3 wichtigsten Hauptnährstoffe enthalten sind.
Pflanzliche Dünger
  • Die Gründüngung. Das ist eine sehr alte Düngemethode und bietet mehrere Vorteile: Die dichte oberirdische Pflanzenmasse schützt den Boden vor Verdunstung und unterdrückt das Unkraut. Die Blätter liefern Material zum Mulchen und Kompostieren. Das vitale ausgedehnte Wurzelwerk lockert den Boden und reichert ihn mit organischer Masse an. Einige Gründüngungspflanzen sammeln an ihren Wurzeln Stickstoff.
  • Stickstoffsammelnde Pflanzen. Das sind Leguminosen, z.B. einige Kleearten, Wicken, Lupinen, Erbsen, Bohnen und Sojabohnen. Mit den Wurzeln dieser Pflanzen bilden bestimmte Bakterien eine enge Lebensgemeinschaft (Symbiose). Sie sammeln Stickstoff, der in Knöllchen abgelagert wird (Knöllchenbakterien). Mit Leguminosen kann man eine gezielte Stickstoffdüngung durchführen.
  • Senf ist für kleine Gärten ein praktischer und billiger Gründünger. Er keimt so schnell wie Krese, und die Wurzeln hinterlassen einen feinkrümeligen Boden. Senf kann jederzeit bis spät in den Herbst ausgesät werden. Vorsicht: Wo Kohl angepflanzt wird, darf kein Senf ausgesät werden. Beide sind Kreuzblütler und damit Konkurrenten, sie entziehen dem Boden die gleichen Nährstoffe.
Algendünger.

Diese Dünger stammen aus dem Meer und sind Pflanzenprodukte. Schon seit Jahrhunderten schätzen die Küstenbewohner der Bretagne oder in China die Nährstoffe der Algen und des Seetangs. Algen enthalten sehr viel Kali, etwas Stickstoff und wenig Phosphor. Wertvoll ist der hohe Gehalt an Spurenelementen und Magnesium. Einige Arten haben bis zu 33% Kalkgehalt.

Holzasche kann jeder Gärtner selber herstellen, wenn er große Äste oder verholzten Rosenschnitt verbrennt. (Im Schrebergarten empfiehlt sich die Absprache mit dem Vorstand! Besser man nimmt die Holzasche aus dem offenen Kamin.) Holzasche ist ausgesprochen kalireich, sie enthält auch Kalk und Spurenelemente, und wirkt pilz- und fäulnishemmend. Bei Möhren und Sellerie streut man den feinen Staub der Holzasche dünn in die Saatrillen oder Pflanzlöcher. Besonders Rosen lieben Holzasche. Dieser kalireiche Dünger ist eine gute Ergänzung zu den meisten kaliarmen tierischen Naturdüngern.

Jauche- die flüssige Düngung

Tierische und pflanzliche Dünger können in Wasser angesetzt und als flüssige Lösung direkt an die Pflanzen gegossen werden. Jauchedüngung bewirkt einen kräftigen Wachstumsschub und ist stickstoff- und kalihaltig. Die Herstellung wird in der nächsten Frage beschrieben.

Diese Informationen stammen aus 'Biogarten' von Marie-Luise Kreuter, 'Altes Gärtnerwissen' von Inga-Maria Richberg, 'Mein Jahr im Garten' und 'Saataussaattage' von Maria Thun.

Bio-Dünger selbst herstellen- wie geht das? nach oben

Als flüssige Düngung eignet sich Jauche sehr gut. Sowohl tierische als auch pflanzliche Dünger können in Wasser angesetzt und als flüssige Lösung direkt an die Pflanze gegossen werden.

Diese Jauchedüngung ist immer dann angebracht, wenn man einen kräftigen Wachstumsschub erreichen will. Starkzehrende Pflanzen wie z.B. Kohl und Tomaten können so einen schnellwirkenden Düngerschub während der Vegetationszeit gut gebrauchen.

Jauche ist im allgemeinen stickstoff- und kalihaltig. Man muß damit also vorsichtig umgehen, um Verbrennungen und geile Triebe zu vermeiden. Durch Verdünnungen ist es aber möglich, auch milde Jauchelösungen herzustellen.

Die Zutaten für die flüssige Düngerproduktion sind:

  • ein nicht zu kleines Holz- oder Plastikfass, oder ein Steinguttopf. Metallfässer sind nicht gut geeignet, weil während der Gärung zwischen dem Metall und der Brühe ungünstige chemische Reaktionen stattfinden können.
  • ein Holz- oder Drahtrost, der während des Gärens auf das Jauchefass gelegt wird, damit keine Vögel oder anderen kleinen Tiere in die Flüssigkeit fallen können. Das durchbrochene Gitter dient auch zur Luftzirkulation.
  • Pflanzenmaterial, z.B. Brennesseln, Beinwell, Schachtelhalm, gemischte Kräuter, Löwenzahn, Rainfarn, Farnkraut, sogar Zwiebeln und Knoblauch.
  • Wasser, am besten Regenwasser oder abgestandenes Wasser, das einige Zeit der Sonne ausgesetzt war
  • einige Handvoll Steinmehl oder etwas Baldrianblütenextrakt, das mildert die Bildung von unangenehmen Gerüchen.
So einfach geht's:

Das Grünzeug wird in das Jauchegefäß eingefüllt, und dann mit dem Wasser übergossen. Vorsicht: während der Gärung schäumt die Jauche hoch, deshalb sollte man nie das Fass bis zum Rand auffüllen!

Jetzt noch das Steinmehl oder den Baldrianextrakt zugeben, das mildert die Geruchsbildungwährend des Gärungsprozesses.

Die Jauche ist fertig, wenn wenn sie eine dunkle Farbe angenommen hat und nicht mehr schäumt. Meist ist das nach 2 Wochen der Fall. Nun kann man das Faß mit einem Deckel abdecken.

Vor Gebrauch siebt man die Brühe, damit beim Ausbringen die Gießkanne nicht verstopft. Manche Jauche-Spezialisten verpacken das Grünzeug in poröse Säcke, ehe sie es in der Tonne versenken. So wollen sie verhindern, daß die schleimige, zersetzte Pflanzenmasse später die Gießkanne verstopft.

Die Jauche wird verdünnt und dann möglichst an trüben Tagen auf die feuchte Erde verteilt. Man gießt die verdünnte Brühe in den Wurzelbereich der Pflanzen, nicht über die Blätter! Besonders bei trockenem Wetter besteht sonst Verbrennungsgefahr. je milder die Pflanzenjauche angesetzt ist, desto weniger sind unerwünschte Begleiterscheinungen zu befürchten. Ganz gefahrlos ist die Wirkung aller Jauchen, wenn man damit den Kompost begießt.

Verdünnung:

Die fertige Jauche muß abgemessen und verdünnt werden. Normalerweise verdünnt man 1l Pflanzenjauche mit 10l Wasser. Wurde aber in einem kleinen Topf ein sehr intensiver Extrakt hergestellt, verdünnt man besser auf 1:20. Auch für empfindliche Gewächse verwendet man lieber schwache Düngerlösungen.

Brennesseln ergeben eine ideale Jauche für biologische Gärten. Brennesseljauche wirkt ausgleichend und heilend, fördert das Wachstum und die Chlorophyllbildung. Regenwürmer lieben Böden, die mit Brennesseljauche gedüngt werden.

Verwendet wird das ganze grüne Kraut vor der Blüte. Man zerschneidet die Stengel in handliche Länge, oder aber man nimmt getrocknete Brennesseln.

Beinwell oder Comfrey sind stark eiweißhaltige Heilpflanzen. Sie können im garten angebaut und mehrmals im Sommer abgeerntet werden. Die großen Blätter liefern reichlich Material für Jauche.

Die Comfreybrühe ist stark stickstoff- und kalihaltig,sie fördert besonders Tomatenpflanzen. Comfreyblätter können auch gut mit Brennesseln gemischt werden.

Noch ein Tipp:

Ein wenig tierischer Dünger, z.B. Horn-, Blut-, Knochenmehl und Kompoststarter können zur Abrundung ebenso unter die fertige Kräuterbrühe gemischt werden wie eine Schaufel voll reifer Kompost.

Diese Informationen stammen aus 'Biogarten' von Marie-Luise Kreuter, 'Altes Gärtnerwissen' von Inga-Maria Richberg, 'Mein Jahr im Garten' und 'Saataussaattage' von Maria Thun.

Mulchen und Flächenkompostierung- was ist das? nach oben

Nackte offene Erde ist den Elementen schutzlos ausgeliefert. Gnadenlose Sonnenstrahlen dörren sie aus, der Wind wirbelt die staubtrockenen Erdkrumen fort, Regen zerschlägt die feine Struktur, verschlammt den Humus. So verstopfen die "Luftröhren" der Erde, und im Winter dringt der Frost tief ins Erdreich und lähmt das Bodenleben.

In der freien Natur dagegen gibt es keine nackte Erde. Immer ist die Humusschicht von einem Pflanzenteppich oder von organischem "Abfall" überzogen.

Das hat sich der Bio-Gärtner von der freien Natur abgeschaut: In seinem Garten sollte kein Beet offen liegenbleiben. Die beiden Möglichkeiten, die Erde zuzudecken, sind das Mulchen und die Flächenkompostierung.

Material zum Mulchen:

sind zerkleinerte organische Abfälle, z.b. Grasschnitt, Stroh, Laub, Unkraut, Blätter von Gemüse- und Blumenbeeten, Erbsenstroh und Kartoffelkraut. Dieses frische Material wird als lebendige Decke über die Beete und in die Reihen zwischen den Kulturen ausgebreitet.

Material für die Flächenkompostierung:

ist angerotteter halbreifer Kompost. Er wird gleichfalls als Abdeckung ausgebreitet, braucht aber selber auch eine schützende Decke für seinen Reifeprozess. Deshalb streut der Bio-Gärtner nocheine dünne Schicht aus Gras darüber.

Wie wirkt diese schützende Decke auf der Erde?
  • Sie erzeugt vor allem Wärme. Bei einem Großversuch im Winter wurde gemessen, daß die Erde unter einem lockeren Teppich aus Rindenabfällen etwa 2 wärmer war als unbedeckte Erde. Diese höhere Wärme hält die Bodenlebewesen in der Humusschicht länger aktiv.
  • Der Boden behält unter einer schützenden Decke auch seine Feuchtigkeit und erlangt eine lockere, krümelige Struktur.Die Abdeckung verhindert, daß zuviel Wasser aus der Erde aufsteigen und verdunsten kann, schirmt aber auch übermäßige, austrocknende Hitze von außen ab.
  • Mikroorganismen und Regenwürmer arbeiten im Schutz der Decke besonders rege. Sie finden hier nicht nur sehr angenehme, feucht-warme Umweltbedingungen, sondern auch reichlich zusätzliche Nahrung.
  • Durch das kräftige Bodenleben sprudeln auch die natürlichen Kohlensäurequellen reichlich. Dieser lebenswichtige Stoff wird in der Erde von den Mikroorganismen erzeugt. Er steigt von dort auf an die Oberfläche und kann so von den Pflanzen durch winzige Spalten an der Blattunterseite aufgenommen werden und in den lebenswichtigen Nährstoff Zucker umgewandelt.
Diese Informationen stammen aus 'Biogarten' von Marie-Luise Kreuter, 'Altes Gärtnerwissen' von Inga-Maria Richberg, 'Mein Jahr im Garten' und 'Saataussaattage' von Maria Thun.

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